Mit der Instant Payment Regulation (IPR) bzw. Instant Payment Verordnung stehen die Zeichen innerhalb der Zahlungslandschaft der EU erneut auf Veränderung. Seit Januar 2025 sorgt die Verordnung für ein effizientes und integratives Finanzökosystem, das schnelle, sichere und kosteneffiziente Transaktionen ermöglicht.
In diesem Artikel erfahren Sie alles darüber, was die Instant Payments Regulation (IPR) eigentlich ist, welche zentralen Bestimmungen eine Rolle spielen und wie Unternehmen und Verbraucher*innen von der neuen Verordnung profitieren werden.
Was ist die Instant Payments Regulation (IPR)?
Die Instant Payments Regulation (IPR) ist ein neues EU-Gesetz, das darauf abzielt, die weitverbreitete Nutzung und den Einsatz von Instant Payments in den Mitgliedsstaaten zu fördern.
Kurz gesagt: Die IPR wird alle Zahlungsanbieter dazu verpflichten, Zahlungen zwischen Bankkonten innerhalb von Sekunden abzuwickeln, 24/7 – auch an Wochenenden und Feiertagen.
Die Hauptzielen der IPR
Verbesserung der finanziellen Integration: Die IPR zielt darauf ab, Instant Payments für alle Verbraucher*innen und Unternehmen zugänglich zu machen und die Geschwindigkeit und Effizienz der Transaktionen zu verbessern.
Stärkung des EU-Binnenmarkts: Die Instant Payments Regulation fördert die Einheitlichkeit von Zahlungsdiensten, um reibungslose grenzüberschreitende Transaktionen sicherzustellen.
Förderung von Innovation und Wettbewerb: Die IPR ermutigt Banken und Zahlungsanbieter, neue Technologien einzuführen und unter gleichen Wettbewerbsbedingungen zu konkurrieren.
Kostenreduktion für Verbraucher und Unternehmen:Durch die Umgehung von Zwischenhändlern reduzieren Instant Payments die Transaktionsgebühren und Verzögerungen.
Die Instant Payments Regulation baut auf dem SEPA Instant Credit Transfer (SCT Inst)-System auf, das in der EU seit 2017 verfügbar ist und zielt darauf ab, Instant Payments zum Standard und nicht zur Option zu machen.
Die 4 zentralen Bestimmungen der IPR
Die Instant Payments Regulation soll die Verfügbarkeit sicherer und erschwinglicher Instant Payments innerhalb der EU für Verbraucher*innen und Unternehmen sicherstellen. Zu den 4 zentralen Bestimmungen der IPR gehören:
IBAN-Namensverifizierung: Die IPR schreibt einen Namensabgleich des Empfängers mit der IBAN vor Transaktionsabschluss vor. Dadurch werden Fehler und Betrugsversuche reduziert.
Verpflichtende Bereitstellung von Instant Payments: Die IPR verpflichtet Zahlungsanbieter wie Banken und Zahlungsabwickler dazu, Instant Payment Services für Transaktionen anzubieten. Diese Regel gilt für Zahlungsanbieter, die in der EU operieren und Transaktionen in Euro abwickeln. Sie soll sicherstellen, dass Instant Payments zum Standard werden und keine Premium- oder optionale Stellung innehaben.
Kostenparität mit traditionellen Überweisungen: Gemäß IPR dürfen Zahlungsanbieter für Instant Payments keine höheren Gebühren verlangen als für traditionelle Überweisungen. Dadurch werden Kostenbarrieren reduziert und die Akzeptanz gefördert.
Maßnahmen zur Betrugsprävention: Die Verordnung verpflichtet Zahlungsanbieter dazu, robuste Betrugspräventionssysteme zu implementieren, um die Sicherheit der Instant Payments zu gewährleisten. Dazu gehören beispielsweise verbessertes Monitoring, Tools zum Aufspüren verdächtiger Transaktionen und Maßnahmen zum Verhindern unautorisierter Zugriffe oder betrügerischer Aktivitäten. Sowohl Verbraucherals auch Unternehmen profitieren von diesen Vorgaben, da sie die Sicherheit und das Vertrauen in Instant Payments erhöhen.
Die Vorteile der IPR für Unternehmen und Verbraucher
Die weitverbreitete Nutzung von Instant Payments innerhalb der EU bringt einige Vorteile mit sich, die wir bereits kurz erwähnt haben. Nun werfen wir einen detaillierten Blick darauf, inwieweit Unternehmen und Verbraucher von der IPR profitieren.
Geschwindigkeit und Effizienz
Wie der Name schon sagt: Instant Payments ermöglichen Konto-zu-Konto-Transaktionen innerhalb von Sekunden – egal zu welcher Uhrzeit oder welchem Wochentag.
Unternehmen profitieren von einem verbesserten Cashflow und erhöhter Liquidität. Außerdem steigt durch beschleunigte grenzübergreifende Zahlung die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU.
Verbraucher profitieren von Instant Payments vor allem in zeitkritischen Situationen. Sie erhöhen die Dynamik, verbessern die Finanzplanung und reduzieren Stress im Ernstfall.
Komfort und verbesserte User Experience
Die sekundenschnelle Abwicklung von Transaktionen 24/7 kann für Verbraucher*innen und Unternehmen zum Gamechanger werden. Denn: Etwaige Sorgen, ob Zahlungen rechtzeitig eintreffen, gehören damit der Vergangenheit an.
Ein weiterer Komfort-Pluspunkt von Instant Payments ist die Einbindung in moderne digitale Tools wie Apps. Sie ermöglichen eine einfache Nutzung von Instant Payments für jeden – egal ob Digital Native oder nicht. Die einfache Handhabung fördert die finanzielle Integration und kann auch dafür sorgen, dass weniger (potenziell risikobehaftete) Bargeldzahlungen durchgeführt werden.
Ökonomischer Einfluss
Instant Payments vereinfachen den Echtzeit-Handel und reduzieren Transaktionskosten. Auf diese Weise tragen sie zu einer effizienten, dynamischen und integrativen Wirtschaft bei.
Außerdem haben sie folgende Vorteile:
- Unternehmerische Aktivitäten werden nicht von veralteter Bankeninfrastruktur ausgebremst.
- Reduzierte Bearbeitungskosten und Gebühren.
- Möglichkeit zum schnelleren Re-Investment von Geldern für Unternehmen, dadurch kann Wachstum generiert und Effizienz gesteigert werden.
- Banken und Fintech-Unternehmen werden ermutigt, ihre Services zu optimieren, um den Anforderungen von Instant Payments zu entsprechen.
- Kleinere Unternehmen sind weniger von Kreditlinien abhängig, da sie schneller auf Mittel zugreifen können.
Wann wird die Instant Payments Regulation umgesetzt?
Die IPR wurde am 19. März 2024 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und trat am 08. April 2024 in Kraft. Abhängig davon, ob der Zahlungsanbieter Instant Payments sendet oder erhält, wird die IPR in zwei Phasen angewendet:
- Phase 1: Für den Erhalt von Instant Payments hatten Zahlungsanbieter neun Monate Zeit zur Umstellung. Ab dem 09. Januar 2025 müssen alle Banken-PSPs in der EU in der Lage sein, Instant Payments empfangen zu können.
- Phase 2: Nach 18 Monaten, also am 09. Oktober 2025, müssen alle Banken und PSPs in der Eurozone ihren Kund*innen die Möglichkeit bieten, Instant Payments senden zu können.
Im Anschluss daran gelten für Banken-PSPs in Nicht-Euro-Mitgliedsstaaten Deadlines bis zum 09. Januar 2027 (Erhalt) und dem 09. Juli 2027 (Versand).
Bei Nicht-Banken-PSPs, also zum Beispiel E-Geld Institute (EMIs) oder Zahlungsinstitute (PIs) müssen die Umstellungen (für Erhalt und Versand) bis zum 09. April 2027 erfolgen.

